| Zusammenfassung des Abschnitts |
|---|
| 1. Definition |
| 2. Berechnung der Mindestluftgeschwindigkeit in der Rohrleitung |
| 3. Übliche Werte für gängige Materialien |
Um Schüttgüter zu transportieren, in verdünnter Phase (grobkörnige Feststoffe wie Pellets oder Pulver), muss die Förderluft einen Schwellenwert erreichen, der als **Mindestförderluftgeschwindigkeit** bezeichnet wird. Liegt die Luftgeschwindigkeit unter diesem Wert, setzen sich die Feststoffe letztlich am Boden der Rohrleitung ab und blockieren die pneumatische Förderstrecke.
Die Aufnahmegschwindigkeit ist die Förderluftgeschwindigkeit am Eintrittspunkt der Feststoffe in die Förderleitung. Um die Feststoffe transportieren zu können, muss die Aufnahmegschwindigkeit höher sein als die Mindestförderluftgeschwindigkeit. Die minimal akzeptable Aufnahmegschwindigkeit sollte mindestens 20 % höher sein als die Mindestförderluftgeschwindigkeit.
Die Mindestförderluftgeschwindigkeit wird hier entweder mit der Salutationsgeschwindigkeit oder der Verstopfungsgeschwindigkeitgleichgesetzt, in den meisten Fällen mit komplexen Leitungsverläufen (horizontale und vertikale Rohrabschnitte) wird die Mindestförderluftgeschwindigkeit die Salutationsgeschwindigkeit sein (die Salutationsgeschwindigkeit ist immer höher als die Verstopfungsgeschwindigkeit). Es existiert eine Korrelation zur Schätzung dieses Werts für ein bestimmtes Schüttgut, jedoch bleibt die zuverlässigste Methode die Durchführung von Versuchen, um diese Geschwindigkeit zu bestimmen.
Die Aufnahmegschwindigkeit kann durch Berechnung der Luftgeschwindigkeit in der Rohrleitung am Eintrittspunkt der Feststoffe (meist zu Beginn der Förderstrecke) ermittelt werden.

Gleichung 1: Berechnung der Aufnahmeluftgeschwindigkeit in einer Förderleitung mit Durchmesser Din
Mit:
uaufnahme = Aufnahmeluftgeschwindigkeit in der Förderleitung mit Durchmesser D am Eintrittspunkt der Feststoffe (m/s)Umgekehrt kann die Festlegung der Mindestförderluftgeschwindigkeit und damit der Aufnahmegschwindigkeit zur Berechnung des erforderlichen Luftvolumenstroms genutzt werden, um eine neue Anlage auszulegen.
Folgende Hinweise sind zu beachten: für die Berechnung in verdünnter Phase wird das von den Feststoffen eingenommene Volumen vernachlässigt. Die Aufnahmegschwindigkeit gilt nur am Eintrittspunkt des Materials; weiter entlang der Strecke erhöht sich die Luftgeschwindigkeit.
Jede Förderstrecke ist einzigartig und weist eine spezifische Luftgeschwindigkeit auf. Dennoch können Größenordnungen sowohl für die verdünnte als auch für die dichte Phase angegeben werden.
Tabelle 1: Mindestförderluftgeschwindigkeit für gängige Schüttgüter
| Material | Mindestförderluftgeschwindigkeit | Minimale Aufnahmegschwindigkeit für zuverlässigen Transport in verdünnter Phase |
|---|---|---|
| Sehr feines Material |
10–12 m/s |
mindestens 20 % höher |
| Feines Material |
14–16 m/s |
mindestens 20 % höher |
| Grobkörniges Material | 16 m/s und höher | mindestens 20 % höher |
Die tatsächliche Geschwindigkeit des geförderten Produkts ist niedriger als die Förderluftgeschwindigkeit.
Die oben genannten Werte sind nur Richtwerte; tatsächliche Werte sollten durch Versuche in einer Pilotanlage bestimmt werden.