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DHA Staubgefahrenanalyse –

ATEX Staubexplosions-Risikobewertung

Wie führt man eine Staubgefahrenanalyse (DHA) durch?

Leitfaden zur Durchführung einer Staubexplosions-Risikobewertung für Schüttgut-Handhabungsprozesse

Fragen oder Anmerkungen? Bitte kontaktieren Sie uns unter admin@powderprocess.net


Zusammenfassung des Abschnitts
Was ist eine DHA (Staubgefahrenanalyse)?
1. Schritt 1: Zoneneinteilung – Wahrscheinlichkeit des Vorhandenseins einer Staubwolke
2. Schritt 2: Zündquellen – Bewertung des Zündrisikos
3. Schritt 3: Risikoberechnung
4. Schritt 4: Risikomanagement und Maßnahmenumsetzung


Staubexplosionen stellen das größte Sicherheitsrisiko für Industrieanlagen dar, die Pulver und Schüttgüter verarbeiten. Es gibt jedoch Werkzeuge zur Bewertung der durch Staubexplosionen verursachten Gefahren, die dabei helfen, Maßnahmen zur Vermeidung von Staubrisiken umzusetzen. Diese Seite erklärt, wie Staubexplosions-Risikobewertungen typischerweise durchgeführt werden.

Was ist eine DHA (Staubgefahrenanalyse) ?

In vielen Ländern und internationalen Unternehmen ist es gesetzlich vorgeschrieben, eine Staubexplosions-Risikoanalyse für industrielle Prozesse durchzuführen. Staubexplosionen treten auf und sind extrem zerstörerisch; ihre Vermeidung oder Eindämmung ist notwendig, um Schüttgut-Handhabungsprozesse sicher zu betreiben.

Das Risiko einer Staubexplosion ergibt sich aus dem Produkt von:

der Wahrscheinlichkeit des Vorhandenseins einer Staubwolke in explosiver Konzentration
×
der Wahrscheinlichkeit des Vorhandenseins einer Zündquelle, die das Pulver entzünden kann

Höhere Wahrscheinlichkeiten können spezifische Maßnahmen zur Risikobewältigung erfordern.

In den USA legen Normen wie die NFPA 652 fest, wie Risiken im Zusammenhang mit der Staubhandhabung zu bewältigen sind. Dies gilt für alle Prozessanlagen. Die Norm definiert, wie eine systematische Analyse durchzuführen ist, um die Risiken von Staubexplosionen zu identifizieren und anschließend Maßnahmen zu deren Bewältigung festzulegen. Für Industrieunternehmen ist eine solche Analyse verpflichtend und kann von Behörden wie OSHA angefordert werden.

NFPA 652 ist recht allgemein gehalten und enthält die grundlegenden, für alle Branchen geltenden Prinzipien. Weitere relevante NFPA-Normen sind:
NFPA 654 – Herstellung, Verarbeitung und Handhabung (umfassendste Regelung und Grundlage für andere Normen)
NFPA 61 – Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung (organische Stäube)
NFPA 484 – brennbare Metalle
NFPA 655 – Schwefel
NFPA 664 – Holzverarbeitung und Holzhandwerk
NFPA 68 – Druckentlastung bei Deflagrationen
NFPA 69 – Explosionsschutzsysteme

In Europa gelten seit den 1990er Jahren ähnliche Vorschriften unter dem Namen ATEX (Atmosphères Explosibles). Auch hier ist eine Staubexplosionsanalyse erforderlich.

Diese Seite basiert hauptsächlich auf der europäischen ATEX-Verordnung und folgt der von dieser Norm empfohlenen Methodik, doch die meisten der erläuterten Prinzipien decken sich mit dem Rahmen einer DHA (Dust Hazard Analysis), die im Wesentlichen verlangt, die Gefahren (Abschnitt 3, 4) aufzulisten, deren Standort zu bestimmen (Abschnitt 4) und Maßnahmen zu deren Eindämmung festzulegen, (Abschnitt 5).

Anleitung zur Durchführung einer Staubgefahrenanalyse: Schritt-für-Schritt-Anleitung

1. Schritt 1: Zoneneinteilung – Wahrscheinlichkeit des Vorhandenseins einer Staubwolke

Ein Explosionsrisiko besteht nur dort, wo eine feine Staubwolke in gefährlicher Konzentration vorliegen kann. Die erste Aufgabe besteht daher darin, zu bewerten, wo Staub in gefährlicher Konzentration aufgewirbelt werden kann. Die Wahrscheinlichkeit des Vorhandenseins wird dann in die Zonen 20, 21 und 22 eingeteilt. Weitere Informationen zur Zoneneinteilung und deren Klassifizierung finden Sie hier. In den USA werden die Standorte in 3 Kategorien eingeteilt:

  • keine Gefahr
  • mögliche Gefahr
  • Deflagrationsgefahr.

Wenn eine Gefahr besteht, sind zusätzliche Studien zur Bestimmung des Risikos und von Gefahrenmanagementmaßnahmen erforderlich.

2. Schritt 2: Zündquellen – Bewertung des Zündrisikos

Für jeden als ATEX-Zone identifizierten Bereich, in dem also eine Staubwolke auftreten kann, besteht die nächste Aufgabe darin, das Risiko von Zündquellen zu bewerten. Dies ist eine sehr detaillierte Analyse, die gerätespezifisch durchgeführt werden muss. Dabei sind Konstruktion und mögliche Fehlfunktionen zu prüfen, die zu einer Zündung führen könnten.

Eine detaillierte Liste aller möglichen Zündquellen, die berücksichtigt werden müssen, finden Sie hier.

Es wird empfohlen, für jede Zündquelle eine separate Analysetabelle zu erstellen. Beispielsweise liegt bei mechanischen Funkender Fokus stark auf rotierenden Geräten. Wenn das rotierende Gerät sehr langsam läuft, wie z. B. eine Zellenradschleuse, ist das Funkenrisiko gering oder nicht vorhanden. Andererseits ist bei einer Mühle mit Umfangsgeschwindigkeiten von 20–40 m/s das Risiko hoch, dass bei Fehlfunktion oder Vorhandensein von Fremdkörpern Funken entstehen.

3. Schritt 3: Risikoberechnung

Die Kombination aus Zoneneinteilung und Wahrscheinlichkeit des Vorhandenseins einer Zündquelle in dieser Zone kann in einer Tabelle dargestellt werden. Die Tabelle hilft, gefährliche Situationen zu erkennen, die Maßnahmen erfordern.

ATEX-Risikomatrix

Am Beispiel eines Mahlsystems: Die Zoneneinteilung innerhalb der Anlage wird als Zone 20 klassifiziert, während das Zündrisiko je nach Auslegung selten oder wahrscheinlich ist. Dies führt in der Tabelle zu einer Einstufung, die zeigt, dass das Risiko inakzeptabel ist und Maßnahmen ergriffen werden müssen.

4. Schritt 4: Risikomanagement und Maßnahmenumsetzung

Falls ein handlungsbedürftiges Risiko identifiziert wird, muss die Anlage Maßnahmen ergreifen, um es zu bewältigen und den Betrieb sicher zu gestalten. Dies kann verschiedene Ansätze umfassen:

  • Reduzierung der Wahrscheinlichkeit einer Staubwolke: Wenn z. B. ein Gerät undicht ist oder Leckagen eine Staubwolke außerhalb erzeugen, können Reparaturen oder Konstruktionsänderungen die Zoneneinteilung verbessern.
Die Schlussfolgerungen der Risikoanalyse müssen von der Anlage umgesetzt werden.

Hier finden Sie Beispiele für Staubgefahrenanalysen: